Celibidaches PräzisionEine zupackende Interpretation der Symphonie fantastique von Hector Berlioz
Mit großen und elastischen Bewegungen, denen jede überflüssige Geste abgeht, treibt er das hervorragend einstudierte Orchester an, das hellwach auf seine Signale reagiert: ein ökonomisches, streng zweckgerichtetes Dirigieren, in seiner kraftvollen Virilität voll drängender Energie und schön anzuschauen obendrein. Die zügigen, aber nie gehetzten Tempi sind von einem stabilen Grundpuls getragen, der Klang wirkt kompakt und geerdet, die heiklen Bläsersätze im Schlussteil sind rhythmisch scharf konturiert. Trotz Schwarz-Weiß-Optik und auf zwei Kanälen aufgefächertem, gut restauriertem Monoklang erscheint die Aufführung kein bisschen veraltet. Im Gegenteil: Mit ihrem Gleichgewicht zwischen sachlicher Zweckmäßigkeit und einem feurigen, aber stets gut kontrollierten Temperament besitzt diese Interpretation einen zeitlos modernen Zug. © Max Nyffeler
(November/2007)
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