Felicity Lott und Graham Johnson mit LiebesliedernFesselnder Liederabend, überzeugende Dramaturgie
Mit größter Wandlungsfähigkeit und lupenreiner Aussprache wechselt Felicity Lott vom gemütvollen englischen Song in die Welt der deutschen Romantik und von dort zum eleganten Music Hall-Stil von Erik Satie. Das alles ist von einer überlegenen Gestaltungskraft und einer traumhaften technischen Sicherheit geprägt. Zu den Stärken dieser Sängerin gehören die großen lyrischen Bögen und eine ausdrucksstarke Mittellage; in der Höhe ist sie immer dann am besten, wenn sie die Stimme ins leise Kopfregister zurücknimmt. Das im Pariser Châtelet-Theater aufgezeichnete Rezital ist aufgelockert durch kurze Interview-Ausschnitte, in denen die beiden Interpreten über sich erzählen und die Werke und ihre Zusammenstellung kommentieren. Sie tun es mit Charme, Intelligenz und Bescheidenheit, was nebst dem informativen Begleittext im Booklet mit zum vorzüglichen Gesamteindruck dieser Produktion beiträgt. Ein kleines (Player-bedingtes?) technisches Rätsel gibt die DVD auf: Die Interviews von Felicity Lott nicht die von Johnson sind nur in Stereo hörbar. © Max Nyffeler 2004
(Juli/2004) |