Sehbücher nicht nur zum Sehen, sondern auch zum Hören (und Lesen)Eine interessante Novität des Labels Arthaus
Die Idee ist ebenso einfach wie einleuchtend. Die Musik-Sehbücher stellen auf rund 130 Seiten eine Oper in Form einer Werkmonografie vor, mit informativen Aufsätzen zu Stoffgeschichte, Entstehung des Werks bis zur Uraufführung sowie zur Rezeptionsgeschichte. Dazu kommen biographische Anmerkungen zu den Autoren und eine ausführliche Inhaltsangabe, in der Szene um Szene erläutert und zugleich auf Besonderheiten der musikalischen Form und der dramaturgischen Gestaltung eingegangen wird. Ergänzt wird das Buch durch die filmische Dokumentation des Werks auf den beigelegten DVDs. Sie stammen aus dem Arthaus-Katalog und zeichnen sich durch meist sehr gute musikalische Qualität und solide szenische Aufbereitung aus. Vorbilder dürften einerseits die in den achtziger Jahren erschienenen Opernmonografien von Csampai/Holland sein, andererseits eine Reihe wie Die großen Klassiker, die im letzten Jahrzehnt in deutscher, englischer und spanischer Version auf den Markt kam und Buch und CD miteinander kombinierte. Wie diese wenden sich die Sehbücher nicht an Fachleute, sondern an den Musikliebhaber, der seine Klassik-CDs zu Hause im Regal stehen hat, ins Konzert oder in die Oper geht und gerne mehr erfahren möchte über seine Favoriten. Gediegene Information verbindet sich mit guter Lesbarkeit, Fachausdrucke werden stets kurz erklärt, zeitgenössische Illustrationen sorgen für zusätzliche Farbe. Die Autoren sind zumeist Theater- und Musikwissenschaftler aus der Generation der Dreißigjährigen, die als Dramaturgen an großen Häusern schon einige Praxiserfahrung gesammelt haben. Die ansprechend gemachten Hard-Cover-Bändchen können allen Operfreunden empfohlen werden, die mehr suchen als unverbindliche Inhaltsbeschreibungen und sich mit den Hintergründen eines Werks eingehender befassen wollen, ohne gleich zur Musiktheater-Enzyklopädie zu greifen. Erhältlich sind die Sehbücher über den Buchhandel und unterliegen wie ein normales Buch der Preisbindung. © Max Nyffeler 2005
(3/2005)
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